Geschichte
Die Geschichte der Computerviren geht bis in die 70er Jahre zurück. Schon damals wurden Programme entwickelt, die sehr grosse Ähnlichkeiten mit einem Virus oder Wurm hatten. So wurde ein Computerspiel entwickelt das den Namen „Core Wars“ (Krieg der Kerne) erhielt. Bei diesem Spiel wetteiferten zwei Programme darum, dem Gegner wertvolle Rechenzeit zu stehlen. Das Ziel des Programms war nicht sich fortzupflanzen, sondern zu überleben.
Die ersten echten Viren kamen erst in der zweiten Hälfte des Jahres 1981 auf. Es war ein Virus der für den Apple II (ein Computer) geschrieben worden war. Der Virus hiess „Elk Cloner“ und war damals noch mit Datum- und Herstellangaben ausgestattet. Laut Hersteller sollte er eigentlich keine Schäden anrichten. Doch aus Nachlässigkeit des Programmierers zeigte der Computer falsche Dateitypen an, die Anzeige invertierte und es wurden Klickgeräusche über die Lautsprecher ausgegeben.
Im Jahre 1982 wurden im Xerox Alto Resarch Center die ersten Würmer programmiert. Die Funktion, dass sich Würmer selbst verbreiten, wollte man nützlich einsetzen. So würden sich Antivirensoftware, Updates und Nachrichten automatisch auf alle Rechner verteilen. Des Weiteren sollte der Wurm freie Rechenzeit auf den vernetzten Computern finden und sie nutzen. Doch wegen eines Programmierfehlers wurde der Wurm unkontrolliert vermehrt, was kurz darauf zu einem vollkommenen Systemabsturz führte.
Erst Dr. Fred Cohen, der als Vater der Computerviren gilt, stellte im Jahre 1983 den ersten funktionsfähigen Virus vor. Der Virus bekam alle Benutzerrechte und breitete sich blitzartig aus. Er wurde von parallel laufenden Tools bewacht und kontrolliert. Von seinen Experimenten und Beobachtungen ausgehend, kam Cohen zum Resultat, dass es auf jedem Computersystem möglich sei, so etwas wie einen Virus zu schreiben und dass kein Programm in der Lage sei, eine Datei zu untersuchen und mit hundertprozentiger Sicherheit zu entscheiden, ob sie einen Virus enthält oder nicht. Diese Aussagen gelten heute auch noch!
Die nachfolgende Übersichtstabelle soll einige der wichtigsten Viren, Würmer und Trojanischen Pferde zusammenfassen, die es gegeben hat. Da es von jedem Virus meistens mehrere Kopien gibt, die auf dem gleichen Prinzip beruhen, aber einfach anders heissen, wäre es sinnlos diese Viren hier auch aufzulisten. Zum Beispiel wurden während der Periode von 1991-1995 fast keine neuen Viren mehr geschrieben, sondern nur mehr die bereits existierenden kopiert und modifiziert.
| Jahr: | Name: | Bemerkungen: |
| 1981 | Elk Cloner | 1. Apple II Virus |
| 1986 | Pakistani, Brain | wurde von einem Computer-Geschäft auf illegale Disketten kopiert |
| 1987 | Lehigh | infiziert die Dos-Datei command.com |
| 1987 | Stoned | hat keinen negativen Playload |
| 1987 | Jerusalem-, PLO-Virus | löscht an jedem Freitag den 13. alle Dateien mit den Endungen .com und .exe |
| 1987 | Cascade | 1. verschlüsselter Virus |
| 1987 | CHRISTMA EXEC | E-Mail Wurm |
| 1988 | MacMag | Macintosh-Virus |
| 1988 | Internet-, Morris-, Unix-Wurm | brachte 6000 Server zum Absturz |
| 1989 | Frodo | 1. vollständiger, parasitischer (Datei)-Virus |
| 1990 | Whale | 1. Virus mit Tarnkappeneigenschaften |
| 1990 | Flip, Omicron | 1. erfolgreicher, mehrteiliger Virus |
| 1991 | Michelangelo | ein sehr destruktiver Bootsektor-Virus, der sich aber nur am 6. März auslöst |
| 1991 | Tequila | 1. weit verbreiteter, polymorpher Virus |
| 1995 | Wm.Concept | 1. Makrovirus (Microsoft Word) |
| 1997 | Good Times | ein Hoaxe |
| 1997 | AOL-Trojaner | war der Boom von 1997 |
| 1998 | Spacefiller, Chernobyl | versucht das Bios neu zu schreiben |
| 1999 | Melissa | 1. moderner Schnellbrüter, d.h. er verbreitete sich innerhalb weniger Stunden weltweit |
| 1999 | PrettyPark | verbreitet sich über das Adressbuch des Opfers |
| 1999 | BubbleBoy | verseucht das System sobald man das infizierte E-Mail liest |
| 2000 | LoveLetter (Bug-Virus) | hat sich schneller und weiter ausbreiten können als Melissa |
| 2001 | I-Worm.BadtransII | ist ein Trojanisches Pferd, das versucht wichtige Informationen vom System zu stehlen |
| 2002 | I-Worm.Klez | nützt ein Sicherheitsloch vom Internet Explorer aus |
| 2003 | W32.Bugbear.B@mm | ein typischer E-Mail-Anhang Wurm |
| 2003 | W32.Blaster.Worm | nützt ein Sicherheitsloch im Internet Explorer aus |
| 2004 | W32.Mydoom.AI | grosse Verteilung und grosser Schaden |
